Montag, 6. Juni 2011

Amerika XXXL oder "Die Raubritter kommen"

Hallo, meine Name ist Götz ...

... und ich habe die grosse Ehre, hier einen Gastblog schreiben zu dürfen.
Ich bin mir ziemlich sicher der Vater von Lena zu sein. Meine Frau Tina und ich sind hier in die Staaten gekommen um unsere Tochter wieder nach Hause zu bringen bevor sie endgültig ein "Californiagirl" geworden ist. Ich kann es aber vorwegnehmen: Wir kommen zu spät.

Dafür erleben wir hier innerhalb kürzester Zeit, warum das so ist:
"It´s so amazing !!"

Inzwischen, nach einer guten Woche, ist Tina (mit größter Sicherheit meine Frau) wieder gut zu Hause angekommen. Ich selbst darf noch ja noch etwas länger bleiben, was den geneigten Lesern bekannt sein dürfte.

Aber was haben wir nicht alles erlebt in den letzten 8 Tagen? Unglaublich!
Die Einreise über San Francisco ging schon mal daneben. Den Anschlussflug nach LA LAX haben wir leider verpasst und mussten einen späteren Flug buchen. Leider bedeutete das gleichzeitig, das Verpassen der abendlichen Einsegnung der Aschlussklasse 2011.
Für Lena war das Mitkommen von Tina ein Überraschung. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an ca. 1000 Leute für´s Dichthalten.
Lena war im positiven Sinn absolut geschockt und die Bilder werden für sich sprechen.

Direkt am nächsten Morgen fand dann die eigentliche Graduation der "Class of 2011" statt und es war soo amerikanisch! Hand auf´s Herz: Es ist schon witzig, wie alle innbrünstig die amerikanische Hymne singen. Der Schulchor (mit Lena) hat gesungen und die Urkundenübergabe war sehr nett gemacht. Es war wie im Teenie-Film. Rede des Klassenbesten, Hüte werfen etc.  WOW !
Tina und ich sind stolze Eltern der drittbesten Schülerin des Jahrgangs. Die investierte Kohle hat sich also irgendwie gelohnt...

Draussen haben wir dann viele Mitschüler, Eltern und Lehrer kennengelernt. Alle waren voll des Lobes über Lena und dankten uns dafür, dass sie Teil ihres Lebens geworden ist. Wir kamen uns ein wenig wie Raubritter vor, weil wir gekommen waren, um sie wieder zurückzuholen. Shit happens... Sorry, aber wir sind hier immerhin in Amerika.


Dieser Blog würde viel zu lange dauern, wenn ich wirklich alles aufzählen würde, was wir in den letzten 8 Tagen gemacht haben, aber einige Punkte sind einfach erwähnenswert. 

Vielleicht sollte ich aber vorab einige Klischees klären, z.B. dass

- wir Deutschen keine Ahnung vom grillen haben: Stimmt !
- was wir in Deutschland Steaks nennen in Wirklichkeit Carpaccio ist: Stimmt!
- Hanna Montana in Malibu am Strand abhängt: Stimmt nicht!
- Amerikaner ständig Burger essen: Stimmt ! (Zwischensumme 8)
- LA unglaublich gross ist: Stimmt !
- Venice-Beach das Nonplusultra ist: Stimmt nicht !!
- der Santa Monica-Pier überlaufen ist: Stimmt !
- man ständig das Hollywood-Sign sieht: Stimmt Nicht ! 

Um das Hollywoodzeichen gut sehen zu können muss man wandern oder in ein kleines Flugzeug steigen. Wir haben uns für Zweiteres entschieden und konnten tolle Fotos machen.

Ein weiteres Highlight war der Besuch eines Baseballspiels der LA Dodgers. Es war einfach unglaublich. 60.000 Menschen saufen, fressen schrecklich schmeckendes und unglaublich überteuertes Zeugs und sitzen über 3 Stunden in einem Stadion in dem (fast) nichts passiert. irgendwelche Leute auf einem komischen Spielfeld haben wohl so etwas Ähnliches wie Brennball gespielt. Vermutlich haben wir (die Dodgers) gegen die "Rockies" (Denver) verloren. Auch das noch. Ich habe überhaupt nichts verstanden. Clay (Gastvater von Lena) hat mir zwar ständig ganz aufgeregt versucht das Spiel zu erklären aber es hatte wohl nicht viel Zweck. Allerdings durfte ich nicht mein Yankee-Cap aufziehen, was ich extra aus Deutschland mitgebracht hatte. Schade ! Dafür bin ich jetzt im Besitz eines Dodgers-Cap für nur noch 42 Dollar. :D

Bei Warner waren wir auch. Direkt neben Harry Potters blauem, kleinem Auto stand das Batmobil. Cool !
Apropos Autos: Auf der Fahrt über den Sunset Blv. durch Bel Air, Beverly Hills, über den Rodeo Drive, Hollywood usw. sieht man tatsächlich eine Unmenge deutscher Autos. Was aber wirklich (für mich) spannend ist: Alle deutschen Autos und ich meine wirklich ALLE haben die Topmotorisierung: AMG S55, BMW M3 oder M5. Innerhalb von 10 Minuten sah ich 11 (elf) eh schon überteuerte Mercedes G-Klasse und zwar alle als G55. Nur so viel dazu...
Hier gehen die also alle hin. In Deutschland kauft niemand diese Karren.

Ein wunderhübscher Ort in Orange County ist Balboa; ein alter Stadtteil von Newport. Neben ca. 200.000 Millionär-Villas mit Meerblick kann man dort Wale sehen. Wo kommt nur die ganze Kohle her? So viel Reichtum ist schon fast pervers. Aber Wale haben wir der Pazifiktour leider auch nicht gesehen. Dafür aber etwa 1000 Delfine (was für ein Anblick!!) und fischende Pelikane. Auch sehr nett.

Was gab es sonst noch? Ok, ich habe mit Clay in der Kirche gesungen und viele tolle Menschen kennengelernt. Es heisst ja immer, dass Amerikaner sehr herzlich und gastfreundlich sind aber oftmals auch nur so tun oder es einfach nur sagen und nicht so meinen. Dem muss ich widersprechen. Sie sind so!!

Tina und ich können nun gut verstehen, warum es Lena hier so gut gefallen hat. Ihre Gasteltern sind einfach nur wunderbar und ihre Freunde und deren Eltern ebenso. Es hätte nicht besser für sie laufen können. Sicherlich hat sie auch selbst etwas dazu beigetragen.
Heute verbringt sie ihren letzten Tag in LA mit ihren zwei besten Freunden, Holly und Daniel und es wird für Alle nicht einfach werden zum letzten Mal Tschüß (?) oder "auf Wiedersehen" (!) zu sagen.

Morgen geht es dann über den Highway No. 1 nach Morro Bay und weiter über Carmel nach San Francisco. 
Aber darüber kann Lena dann wieder berichten.

Küsschen nach Hause  (Brüller, oder?)
vom Götz





Keine Kommentare: